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Wann braucht man eigentlich ein Life-Coaching?

Wenn ich erzähle, dass ich (Life-)Coach bin, blicke ich immer wieder in fragende Gesichter: “Aha? Und was machst du da so?” oder “Wann braucht man so was?” 

Deshalb will ich hier kurz aufschreiben, wann ein Life-Coaching sinnvoll sein kann, und auch was ich genau unter Life-Coaching verstehe.

Ich beantworte zuerst mal die Gegenfrage “Wann brauchst du *kein* Life-Coaching?” Wenn du vollkommen zufrieden und glücklich mit allen Aspekten deines Lebens bist, dir nichts fehlt, du perfekt organisiert bist, wenn du einen Traumjob, eine Traumbeziehung hast und wenn du eine Sonne für jeden in deiner Umgebung bist. Dann ist für dich Life-Coaching vermutlich nicht sinnvoll.

Das ist natürlich etwas überspitzt formuliert. Und doch ist eine gewisse Wahrheit darin: Life-Coaching kann tatsächlich bei einer Vielzahl von persönlichen Problemen und Herausforderungen helfen. Vorausgesetzt, du bist bereit für eine Veränderung und willst dafür auch Zeit, Geld und Energie investieren.

Kurz zusammengefasst, kann ein Life-Coaching in diesen Situationen hilfreich sein:

  • wenn du mit irgendetwas in deinem Leben unzufrieden bist
  • wenn du ein Ziel hast und Schwierigkeiten hast es zu erreichen
  • wenn dich etwas bremst und du das überwinden willst
  • oder auch wenn du gerade nicht konkret weißt, was dich gerade bremst oder was dein Ziel sein könnte

Ein Life-Coach hilft dir dabei:

  • mehr Klarheit über deine Ziele und Hindernisse zu gewinnen
  • konkrete nächste Schritte festzulegen, wie du deinem Ziel etwas näher kommst
  • deine jetzt wichtigste innere Ressource zu identifizieren und zu stärken
  • und dich selbst besser kennenzulernen

Die Herausforderung von etwas Neuem

Diese Art von Unterstützung durch einen Life-Coach ist eher neu, viele Menschen haben noch nie davon gehört, und auch wer davon gehört hat, kennt oft keine persönlichen Berichte von Eltern oder Freunden. Und alles was neu ist, ist oft mit einer gewissen Hemmschwelle verbunden.

Viele lassen sich erst dann mit einem Einzel-Coaching helfen, wenn sie schon viele anderen Möglichkeiten ausgeschöpft haben – Bücher oder Selbstcoaching zum Beispiel. Natürlich sind das auch gute Strategien, um besser im Leben zurechtzukommen. Manchmal geht es damit allerdings nur langsam voran, weil es alleine eine Tendenz gibt, sich im Kreis zu drehen.

Auch nachdem ich vor einigen Jahren die Kraft von Coaching erkannt hatte, auch nachdem ich wusste und von anderen gehört hatte, was es für einen Effekt haben kann, hat es bei mir einige Jahre gebraucht, bis ich wirklich zum ersten Mal ein Einzel-Coaching gebucht habe. 

Mich haben vor allem diese Gedanken gebremst

  • Ich war zu stolz. “Wenn ich mir helfen lasse, bin ich ein Versager”
  • Ich dachte ich müsste alles alleine schaffen. 
  • Und ich habe mir eingeredet, dass es doch gar nichts so schlimmes gibt in meinem Leben, dass ich schon irgendwie klarkomme und ich gar keinen Life-Coach brauche. 
  • Und vermutlich am aller stärksten: Ich hatte Angst. Angst vor dieser Situation, wo die Aufmerksamkeit eines Menschen für eine Stunde vollkommen auf mich gerichtet ist. Wo es um mich geht, um das was vielleicht tief in mir verborgen ist und ich mir selbst nicht traue anzuschauen. 

Das hat mir geholfen

Auf dem Weg hin zu diesem ersten Life-Coaching hat mir geholfen

  • Mir meine Menschlichkeit bewusst zu machen. Niemand ist perfekt, jeder hat so seine Baustellen – und ich auch. Und das ist ok. 
  • Mir klarzumachen, dass ich mit Unterstützung viel schneller und einfacher weiterkomme. Sich helfen zu lassen ist ein Zeichen von Stärke.
  • Das Vertrauen in den Coach und vor allem auch das Vertrauen in mich: Ich habe prima Schutzmechanismen – ich gebe in jeder Situation ganz automatisch nur so viel von mir preis, wie es für die Situation angemessen ist und so viel mir gut tut. Und ich bin davon überzeugt, dass dieser Schutzmechanismus bei jedem Menschen ganz automatisch vorhanden ist. 
  • Eine Portion Mut und Entschlossenheit. 
  • Der starke Wille, eine Veränderung in meinem Leben zu erreichen. 
  • Es mit einer Art spielerischer Leichtigkeit zu sehen: ich probiere es einfach aus – ich werde es überleben, ich kann nur gewinnen dadurch. 
  • Auch eine Neugier darauf, wie das sein wird, was für eine Art Erfahrung ich machen kann.
  • Der Sprung ins kalte Wasser – es einfach zu tun. 

Seit ich im Rahmen meiner Coaching-Ausbildung immer wieder auch Coachings nehme (im Austausch mit anderen Teilnehmern der Ausbildung), habe ich gemerkt, wie sehr es mich weiterbringt, wenn ich auch bei Dingen Unterstützung hole, die ich früher irgendwie schon selbst hinbekommen habe. Es geht einfach soooo viel leichter, und ich spare mir eine Menge Zeit und Nerven und komme deutlich schneller ans Ziel.

Coaching heißt nicht: “mit mir stimmt etwas nicht, ich bin unfähig”. Sondern: Ich übernehme Verantwortung für mich, lasse mich unterstützen damit es leichter geht. Es ist eine Form von Selbstfürsorge.

Wie sieht nun so ein Life-Coaching aus?

Im wesentlichen wird bei einem Life-Coaching viel gesprochen. Du als Klient sprichst über das, was sich bewegt. Der Coach hört dir zu, stellt Fragen, führt dich manchmal durch eine Übung. 

Der genaue Ablauf ist nicht nur von Coach zu Coach unterschiedlich, sondern auch von dir und deiner Fragestellung abhängig. Die meisten Life-Coaches folgen allerdings mehr oder weniger einer gewissen Grundstruktur. Beispielhaft hier mein eigener “roter Faden”: 

  • Ankommen.
    Nach der Begrüßung sorgt der Coach erst mal für ein gutes Ankommen, so dass du gut gedanklich vom Alltag in die Coaching-Session übergehen kannst
  • Thema festlegen.
    Der Coach versucht herauszufinden, worum es dir geht: Was willst du durch das Coaching erreichen, was hindert dich bisher daran? Was soll das Thema der heutigen Sitzung sein?
  • Transformation.
    Hier geht es darum, eine Veränderung zu erreichen. Die meisten Coaches verwenden hier verschiedenste Methoden und Tools. Häufig passiert die Transformation, das Umdenken, das Aha-Erlebnis scheinbar nebenbei im Gespräch. Manchmal kündigt der Coach auch an, eine bestimmte Methode zu verwenden, vielleicht sogar mit einer Anleitung, die du als Klient auch zuhause weiter anwenden kannst. 
  • Lösungen.
    Wenn sich etwas innerlich verändert, öffnen sich auch neue Möglichkeiten, mit einer problematischen Situation umzugehen. Hier geht es darum, Ideen zu sammeln und konkret zu machen.
  • Abschluss.
    Am Ende wird der Coach die Session abrunden – zum Beispiel durch ein Feedback, was sich für dich durch das Coaching geändert hat, wie es dir danach geht oder wie zufrieden du bist.  

Voraussetzungen für ein Life-Coaching

Damit ein Coaching zum Erfolg wird, gibt es ein paar Voraussetzungen an dich: 

  • Selbstverantwortung: Du bist bereit dein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ein Life-Coach kann dir Hinweise und Tipps geben, dich bei der Umsetzung unterstützen, dir helfen deine eigenen Ressourcen zu aktivieren – umsetzen musst du es selbst! Nur mit einer gewissen Bereitschaft, etwas an dir, deinem Denken oder Verhalten zu verändern, kann sich auch dein Leben verändern.
  • Vertrauen / Mut: In einem Life-Coaching geht es immer um deine persönliche Themen. Je mehr es dir gelingt, dich darauf einzulassen, dem Coach zu vertrauen und dich zu öffnen, desto erfolgreicher wird das Coaching sein. Das kann je nach Persönlichkeit etwas oder unheimlich viel Mut erfordern. Dieses Vertrauen wächst idealerweise im Laufe eines Life-Coachings, und damit wächst auch der Mut, persönliche Dinge zu zeigen.
  • Schatten: Bist du bereit, dich auch mit Dingen zu beschäftigen, Seiten an dir, die erst mal nicht so angenehm sind? Quasi dich deinem unaufgeräumten Keller – und den sprichwörtlichen Leichen darin – zuzuwenden.
  • Psychische Gesundheit: Bei einer akuten schweren psychischen Erkrankung ist ein Arzt / Heilpraktiker / Psychiater / Psychologe die richtige Adresse. Wenn du bereits in Behandlung bist, kann ein Life-Coaching parallel unterstützend sein – zur Sicherheit frage aber bitte deinen Arzt / Therapeuten um Rat, und informiere auf jeden Fall den Life-Coach auch von deiner Erkrankung!
  • Eine gewisse Idee davon, mit welchem Thema oder Lebensbereich du mit dem Life-Coach arbeiten willst.
    Das kann eine recht konkrete Fragestellung sein: “wie kann ich endlich meine Wohnung ordentlich bekommen?” oder “ich habe ständig Streit mit meinem Partner wenn es um die Urlaubsplanung geht” oder “ich denke ständig ich sei nicht gut genug – und ich merke dass mich das bremst”.
    Es können auch weiter gefasste Themen sein “ich habe Schwierigkeiten in der Kommunikation” oder “ich habe so viel zu tun und bringe es nicht unter einen Hut” oder “Ich komme mit meiner Selbständigkeit nicht so recht voran”.
    Und manchmal beginnt ein Coaching auch mit “ich bin einfach unzufrieden mit meinem Leben” – und es wird dann bereits Teil des Coachings, herauszufinden welcher Lebensbereich und welche konkrete Fragestellung gerade am dringendsten sind.  

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel etwas Orientierung geben, was ein Life-Coaching ausmacht, und ob für dich ein Life-Coaching (jetzt gerade) in Frage kommt. Mehr zu Life-Coaching bei mir findest du auf dieser Seite.

Für mich als Coach ist es immer wieder eine Bereicherung, diese AHA-Momente zu erleben, wenn jemand plötzlich eine Erkenntnis gewinnt. Diese tiefe Berührung zu erleben, wenn jemand Dinge erzählt, die lange verschüttet waren. Die Veränderung zu unterstützen und zu beobachten, wenn sich etwas blockierendes auflöst oder sich neue Türen öffnen.

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