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Rückblicke

Monatsrückblick Oktober 2019: Herausforderungen und Selbstfürsorge

Es war viel los im Oktober, vieles das mich sehr gefordert hat. Zum Glück hatte ich die Möglichkeit, auch viel Zeit für Selbstfürsorge zu verwenden, um einen Ausgleich für mich zu schaffen.

Mediation – zum ersten Mal seit längerer Zeit

Auf Einladung meiner lieben Kollegin Lilly Eckart durfte ich endlich mal wieder mit ihr zusammen bei einem Konflikt als Mediatorin wirken. 

Ich war ziemlich aufgeregt, weil es jetzt einige Monate her ist seit der letzten Mediation, und auch deshalb weil ich noch nicht so oft echte Mediationsfälle hatte mit Menschen die ich vorher nicht kannte. Im Nachhinein: es war für uns beide herausfordernd, und wir haben es ziemlich gut gemeistert. In ein paar Wochen wird es einen zweiten Termin geben, darauf freue ich mich schon.  

Um meine Zertifizierung aufrecht zu erhalten, brauche ich jetzt nur noch zwei Mediationen in den nächsten Monaten – irgendwie hätte ich nicht gedacht, dass es so schwierig sein würde, Fälle zu finden. So viele Paare streiten sich darüber, wohin es in den Urlaub geht (Mediation eignet sich super dafür!), so viele Freunde entfernen sich voneinander, weil eine(r) was verletzendes oder unbedachtes gesagt hat (Mediation eignet sich super dafür!), so viele Geschwister streiten sich übers Erbe der Eltern (Mediation eignet sich super dafür!), so viele Nachbarn streiten um Lärm oder Bäume oder Kehrwoche (Mediation eignet sich super dafür!) – und das ist nur das private Umfeld.

Ein Wochenende nur für mich

Seit ich selbständig bin, vermischt sich zunehmend privates und berufliches. Es gibt auch außerhalb von Terminen mit Klienten immer etwas zu tun: einen Blogartikel schreiben, oder ein Konzept für einen Workshop planen, oder irgendwelche Verwaltungstätigkeiten erledigen, oder Zeit für Fortbildung, vor allem in Online-Kursen eigentlich täglich. Und das meiste davon fühlt sich nicht wirklich nach “Arbeit” an, deshalb mache ich auch abends und am Wochenende gern und viel berufliches. 

Wenn ich an einem Wochenende mal keine anderen Termine habe, treffe ich mich oft mit Freunden oder fahre zu meiner Mutter – das ist schön und wichtig, aber eben auch viel Action und meist lange und tendenziell stressige Zeiten mit Bus, Bahn, Fahrrad. Tage an denen ich wirklich gar keine Pläne habe – rar. 

Im Oktober habe ich mir ein Wochenende bewusst freigehalten und mir nur eins vorgenommen: nichts berufliches machen, Zeit für mich! Na ja, so ganz habe ich es nicht geschafft. Ein Webinar mit Tipps zur Gestaltung von Webseiten angeschaut. Ein Tool für Terminbuchungen angeschaut, grob eingerichtet und ausprobiert (das wird demnächst mal live gehen). Ein paar Sachen für die Mediation in der folgenden Woche vorbereitet. Aber sonst: tatsächlich viel gefaulenzt. Ein Hörbuch (von einem Roman!) angehört, gelesen (auch einen Roman!), spazieren gegangen, gekocht und gegessen. Sehr erholsam! Ich werde versuchen, das regelmäßig einzuplanen.

Seeds of Nonviolence – Samen der Gewaltfreiheit

Seit Oktober läuft ein Erasmus-Plus gefördertes Projekt, bei dem ich als Teilnehmer dabei sein darf: “Spreading the Seeds of Nonviolence” – Samen der Gewaltfreiheit säen. Erasmus-Plus heißt, es werden durch die EU die Reisekosten und Seminarkosten für Teilnehmer bezahlt, die sich über Ländergrenzen hinweg treffen und gemeinsam lernen. So haben sich Ende Oktoberca. 75 Menschen aus UK, Deutschland, Dänemark, Rumänien, Österreich in Rødvig, einem kleinen Ort in Dänemark, getroffen.

Mich verbindet seit einigen Jahren eine Freundschaft mit Kirstin Heidler, die das Projekt in Deutschland initiiert hat. Und es hat sich so gefügt, dass die Anzahl verfügbarer Plätze dann mit der Anzahl Menschen die bei allen Terminen dabei sein können übereingestimmt hat, deshalb durfte ich dabei sein. Für mich die wichtigste Motivation dabei zu sein: Was können wir alle, was kann ich selbst tun, um zu einem Kulturwandel beizutragen, zu einer Welt in der Konflikte nachhaltig und gemeinschaftlich gelöst werden. 

Im Oktober war das erste Kennenlern-Wochenende in Thüringen, und dann eine Woche das Retreat in Dänemark. Tage voller Austausch und interessanter Gespräche mit unterschiedlichsten Menschen, mit Spaziergängen in der Natur und zum Strand, und auch mit etlichen Konflikten innerhalb der Gruppe und verschiedenen Möglichkeiten damit umzugehen.

Es ist so viel spannendes passiert und ich bin sehr dankbar, Teil dieses Projekts zu sein. Was ich daraus gelernt habe, werde ich noch in einem separaten Blogartikel schreiben. 

Monatsrückblick Oktober 2019: Herausforderungen und Selbstfürsorge
Ich am Strand in Dänemark in einer Pause.

Lebensstil – mehr Bewegung und nebenher zum Veganer

Seit Anfang September bin ich Teilnehmer bei einem 12-monatigen Online-Kurs mit dem (aus meiner Sicht etwas unglücklichen) Titel “Superhuman” von Bahar Yilmaz und Jeffrey Kastenmüller. Bei diesem Kurs ist es das Ziel, über sich selbst hinauszuwachsen, die eigenen Beschränkungen zu überwinden und sein eigenes Potential zu leben.

Für mich ein ganz wichtiger Bestandteil sind die Yoga-Lektionen, CHI-Sessions (so was ähnliches wie Chi-Gong / Tai-Chi), Kraft- und Ausdauertraining. Seit langem gelingt es mir mal wieder, mehr Bewegung in meinem Alltag zu integrieren, und das tut so richtig gut.

Außerdem ist im Kurs ein großer Fokus auf einen gesünderen Lebensstil. Thema im Oktober: Zucker. Den raffinierten Industriezucker hatte ich schon seit ein paar Jahren gestrichen – und mag ihn auch überhaupt nicht mehr. Und trotzdem ist mir bewusst geworden, wie viel Süßes (Obst, Trockenfrüchte, Kekse oder Kuchen oder Milchprodukte mit Rohrohrzucker oder anderen Süßungsmitteln…) ich immer noch esse, und wie schwer es mir momentan fällt, auch nur einen Tag gar nichts Süßes zu essen. Immerhin ein Effekt dieses Monats: ich habe den Teil mit verarbeiteten süßen Dingen sehr weit reduziert – und bin quasi nebenbei zum Veganer geworden.

Ich habe einfach alle süßen verarbeiteten Lebensmittel weggelassen: Joghurts, Milchreis, Kuchen, Kekse – in den meisten davon ist wie selbstverständlich Milch, oft auch Ei. Das ist mir tatsächlich auch nicht schwer gefallen. Und vor einigen Wochen habe ich bemerkt, dass Käse und gekochte Eier für mich plötzlich unangenehm riechen – aus ab und zu Käse und Eier essen wurde so automatisch nichts mehr davon essen.

Clean Language – Metaphern nutzen

Ein Seminartag zu Beginn des Monats hat mir einige Impulse fürs Coaching gegeben: “Clean Language” mit Doris Leibold, veranstaltet vom Netzwerk Gewaltfreie Kommunikation München. Da meine Vorstandskollegin durch Krankheit kurzfristig verhindert war, habe ich auch die Aufgabe übernommen, die Veranstaltung im Namen des Netzwerks zu eröffnen, und ein paar Organisations-Aufgaben erledigt (Teilnehmerliste, Zustimmung zur Verwendung von Photos etc.) – für mich immer noch ein neues Feld.

Die Methode Clean Language fand ich durchaus interessant – wenn auch ein Tag nur als erste Übersicht dienen kann. Es geht dabei viel darum, Metaphern als Zugang zu innerem Wissen zu verwenden. Dazu werden bestimmte Fragen verwendet, um den Klienten dazu einzuladen, innere Bilder zu aktivieren, und damit auch die Phantasie und Emotionen.

Ein anschauliches Beispiel waren für mich die Eingangsfragen: Wenn dieses Seminar für dich ein Erfolg ist, dann ist es wie was? Und damit das gelingt, dann musst du selbst sein wie was? Und woran merken das die Anderen? Meine Antwort war: Dann ist es wie ein Fluss, der durch eine mir unbekannte Landschaft führt. Ich bin wie ein Boot in diesem Fluss und schaue mir an wo er mich hinführt. Und das sehen die Anderen daran, dass ich die Übungen mitmache und Fragen stelle.

Gleich im ersten Coaching danach habe ich diese Fragen zu Beginn verwendet, also: wenn dieses Coaching ein Erfolg für dich ist, dann ist es wie was? und dann bist du wie was? Und es hat sich ein sehr produktives Coaching mit einigen Erkenntnissen für meinen Klienten daraus ergeben.

Heft mit Titel "Clean Language - der direkte Draht zu innerem Wissen"
Ein liebevolles Handout vom Seminar

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