Monatsrückblick März 2020 – Judith allein zuhaus

Monatsrückblick März 2020 – Judith allein zuhaus

Tja, diesen Monatsrückblick hatte ich mir anders vorgestellt. Hier sollte eigentlich stehen, was für ein spannendes Seminar ich im März besucht habe, was ich alles in einem Retreat in Dänemark erlebt habe… Stattdessen war ich den größten Teil des Monats allein zuhause – der Corona-Virus hat auch mein Leben ordentlich durcheinander gebracht.

Lockdown – plötzlich alles anders, oder?

Auf den ersten Blick hat sich für mich durch den Lockdown gar nicht so viel geändert. Ich habe keine Kinder, ich arbeite sowieso schon viel von zuhause aus, mit Parties und Menschenansammlungen konnte ich noch nie viel anfangen. Zu vielen Menschen in meinem Umfeld läuft der Kontakt auch sonst nur oder hauptsächlich über Telefon und Internet.

Dieser Kontakt über Internet und Telefon ist in den letzten Wochen noch mal deutlich mehr geworden. Sowohl über die Menge der Zoom-Meetings, Anrufe, Textnachrichten, als auch vor allem die Intensität. Ich habe den Eindruck, es entsteht gerade mehr Verbindung. Ich frage öfter und werde öfter gefragt “wie geht es dir?” – ohne dass es wie eine Floskel klingt.

Trotzdem kommt immer wieder Einsamkeit auf. Die wenigen physischen Kontakte fehlen mir. Auch Angst ist immer wieder da – davor wie es weitergeht, um meine Mutter zum Beispiel. Und gleichzeitig habe ich ein großes Vertrauen, damit auch klarzukommen: die Angst spüren zu können ohne gelähmt zu sein. Die Wucht der Einsamkeit schmerzhaft zu spüren ohne zu versinken.

Und ich freue mich immer wieder über die kleinen Dinge. Als ich gehört habe, dass in Bayern Ausgangsbeschränkungen verhängt werden, habe ich mir durchgelesen was das genau bedeutet. Bewegung an der frischen Luft ist ausdrücklich erlaubt – danach habe ich gesucht und ich war froh und erleichtert! Spazierengehen im Wald ist für mich nicht nur Bewegung sondern auch Verbindung mit der Erde, Entspannung, Quelle für leckere Wildpflanzen.

Selfie von Judith, im Hintergrund Bäume
Ich genieße das schöne Wetter im Wald

Gute Zeitnutzung – privat

Die zusätzliche Zeit Zuhause habe ich versucht, gut zu nutzen. Ich habe zum Beispiel endlich mal den Stapel Klamotten angepackt, der hier schon seit längerem auf kleine oder große Reparaturen wartet. Einige Löcher sind gestopft, eine Lieblingshose hat jetzt endlich eine Tasche und so weiter. Vielleicht schaffe ich es ja noch, in den nächsten Wochen die schon lang geplante neue Tasche zu nähen.

Einige Zeit habe ich damit verbracht, meinen Küchenschrank durchzuschauen und alle Vorräte zu sortieren. Mhm. Vorher dachte ich noch, es wäre vielleicht gut, noch ein paar haltbare Dinge einzukaufen. Nach der Aufräum-Aktion weiß ich: verhungern werde ich in der nächsten Zeit sicher nicht. Linsen und Perldinkel brauche ich für den Rest des Jahres vermutlich nicht mehr kaufen…

3 Packungen Perldinkel, 3 Packungen mit verschiedenen Linsen
Ein kleiner Einblick in den Inhalt meines Vorratsschranks – auch schon vor Corona…

Gute Zeitnutzung – beruflich

Auch beruflich habe ich versucht, die Zeit gut zu nutzen. Seit Beginn der Krise werde ich mit Angeboten überschüttet, die ich teilweise als hilfreich erlebe, teilweise aber auch und als aufdringlich “Not der Menschen ausnutzen” sehe. Und ich mag einfach kein Geschäft mit der Angst machen!

Auf der anderen Seite: Ich weiß, dass die Art von Coaching, die ich mache, Menschen sehr gut unterstützen kann, die mit ungewollten Veränderungen konfrontiert sind – und wann, wenn nicht jetzt betrifft das so ziemlich jeden? Ich will so viel wie möglich helfen!

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich für mich einen Weg aus diesem Dilemma gefunden habe. Daraus ist das Angebot “ich schenk dir mein Ohr” entstanden. Solange die Ausgangsbegrenzungen in Deutschland bestehen, biete ich kostenlose Coachings an (online, 30-60 min, 1x pro Person, solange ich Kapazitäten frei habe). Einige der Coachings, die ich seither machen durfte, haben auch mich sehr berührt.

Frisch veröffentlicht – “über mich”

Die Überarbeitung meiner Webseite ist ein gutes Stück weitergekommen. Meine Über-mich Seite ist komplett runderneuert – und mit der neuen Seite bin ich gerade sehr zufrieden.

Als nächstes sind die Angebotsseiten dran, da habe ich schon einige Ideen dazu und in den nächsten Tagen und Wochen wird es dort ebenfalls viele Änderungen geben.

Screenshot meiner Über-mich Seite von Anfang 2020. Viel Text und ein nicht ganz so tolles Bild von mir.
So sah meine Über-mich Seite vor ein paar Woche noch aus…

Screenshot meiner Über-mich Seite Anfang April 2020 - zumindest der oberste Teil. Zwei schöne große Bilder, etwas Text
…und so sieht meine Über-mich Seite (bzw. der oberste Teil) jetzt aus

#WirVsVirus Hackathon

Am Wochenende 21./22. März war ich eine von weit über 25.000 Teilnehmern beim Hackathon #WirVsVirus. Es ging darum, in Projektgruppen Lösungen für die aktuelle Krise zu finden und auszuarbeiten. Die Projekte waren bunt gemischt: Vermittlung von Erntehelfern; digitale Besuche in Krankenhäusern und Pflegeheimen; Nachbarschaftshilfe; 3D-Druck von Beatmungsgeräten,… über 1500.

Allein die schiere Anzahl der Menschen und Projektideen hat mich erst mal umgehauen. Und gleichzeitig fand ich es extrem faszinierend zu beobachten, wie durch Selbstorganisation aus diesem anfänglichen Chaos konstruktive Ergebnisse entstehen können. Mir hat auch der durchweg freundliche und hilfsbereite Umgang untereinander gut gefallen.

Es hat etwas gedauert, bis ich mich zurechtgefunden hatte und das Projekt “Offene Ohren” gefunden hatte, an dem ich mitgewirkt habe. Das Projekt will Menschen mit Redebedarf mit geschulten Zuhörern zusammenbringen.

Am Rande ist aus einer Anfrage nach Kommunikations-Ratschlägen dieser Artikel über den Umgang mit Fake News entstanden.

Screenshot vom Hackathon-Slack. >40000 Teilnehmer. Ankündigung des Abschlussevents mit YouTube-Link
Screenshot aus dem Kommunikationstool Slack während des Hackathons

Ich bin fair

Schon seit Beginn ist mir wichtig, meine Angebote auch für Menschen mit geringem Einkommen zugänglich zu machen. Auf der Plattform Fair Coachings sind Angebote von vielen Coaches gesammelt, die das auch so sehen. Seit diesem Monat bin auch ich dabei. Ich freue mich über diese Möglichkeit, einfach und unkompliziert eine Ermäßigung anzubieten.

Logo von Fair-Coachings

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  1. Pingback: itemprop="name">Mein ganz persönliches Viren-Logbuch - Judith Pfeiffer - AufblühCoach

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