Lebensgeschichte in 5 Kapiteln
Quelle: Pixabay - Naobim

Lebensgeschichte in 5 Kapiteln

Ich habe heute zufällig wieder einmal diese Geschichte (nach Portia Nelson) gehört und wie jedesmal hat sie mich auch heute wieder berührt. ⠀

Kapitel 1

Ich gehe die Straße entlang. Plötzlich falle ich in ein tiefes, schwarzes Loch. Es ist schrecklich, ich bin verloren und ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld und es dauert unendlich lange bis ich wieder herauskomme.⠀

Kapitel 2

Ich gehe dieselbe Straße entlang. Ich tue so, als wäre das Loch nicht da. Wieder falle ich hinein. Ich kann nicht glauben dass ich schon wieder an diesem düsteren Ort bin, aber es ist nicht meine Schuld. Es dauert lange bis ich wieder hinausfinde.⠀

Zeichnung einer Katze, die in ein schwarzes Loch gesaugt wird
Quelle: Pixabay – Naobim

Kapitel 3

Ich gehe dieselbe Straße entlang. Ich sehe das Loch, und trotzdem falle ich hinein, es ist eine Gewohnheit. Meine Augen sind geöffnet, ich weiß wo ich bin. Es ist meine Verantwortung. Ich komme mühelos wieder heraus.⠀

Kapitel 4

Ich gehe dieselbe Straße entlang. Ich sehe das Loch und mache einen Bogen darum herum. ⠀

Kapitel 5

Ich nehme eine andere Straße.⠀

Warum mich diese Geschichte berührt

Mich erinnert diese Geschichte immer wieder an Zeiten, als ich mit meinem Leben nicht besonders zufrieden war. Als ich unzufrieden mit mir selbst war, mich immer wieder über mich geärgert habe und doch der festen Überzeugung war “alles gut, ich komm schon klar”. Da lassen im Rückblick die ersten beiden Kapitel grüßen.

Dieses “in ein Loch fallen” bedeutet für mich auch so etwas wie: überwältigt sein von meinen Emotionen. Verzweifelt sein. Hoffnungslos sein. Keinen Ausweg wissen. Letztlich geht das in die Richtung von Depression.

Am spannendsten finde ich persönlich den Übergang von Kapitel 2 zu Kapitel 3. So ein wichtiger Schritt, mir bewusst zu werden, welche Gewohnheiten und Muster ich habe. Die Übernahme von Verantwortung für mich selbst und meine Handlungen. Jetzt sind nicht mehr “die Anderen” oder “die Gesellschaft” oder “meine Eltern” oder “meine Gene” schuld. Jetzt erkenne ich: ich handle auf eine Art und Weise, die mir schadet – und ich entscheide mich dafür, etwas anderes zu tun.

Und was wird in dir berührt, wenn du diese Geschichte liest?

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